1. Die Behandlung der inhaftierten Personen
 
Die Anwendung von Folter, wie auch jede andere entwürdigende oder unmenschliche Behandlung ist – in welcher Form auch immer – für sämtliche Inhaftierten-Kategorien absolut verboten.
 
Bei diesem Grundsatz darf es keine Ausnahme geben.
 
Bei der Isolationshaft von Gefangenen muss es sich um eine Ausnahme handeln, wobei  diesbezügliche Garantien klar beachtet werden müssen.
 
Zwangsmaßnahmen (Handschellen, Zwangsjacke, Fußfesseln) dürfen für Disziplinarzwecke angewendet werden. Sie müssen jedoch  eine Ausnahme bilden und nur in den Situationen Anwendung finden, in denen sie fürdie Sicherheit des Häftlings und des Personals unvermeidbar sind.
 
Die Anwendung von Gewalt darf nur im Fall von Notwehr erfolgen, zur Verhinderung einer Flucht oder im Fall körperlichen Widerstands eines Häftlings. Die Gewaltanwendung muss exakt auf diese Fälle beschränkt bleiben und darf hinsichtlich der Proportionalität die vom Häftling ausgehende Gewalt nicht überschreiten.
 
Sämtliche oben aufgelisteten Vorgänge müssen in einem besonderen Register erfasst werden.
 
 
2. Die Schutzmaßnahmen
 
In einer Haftanstalt ist auf Transparenz der Anstaltsfunktionen zu achten und es müsen  klare und für die inhaftierte Person einsehbare Disziplinbestimmungen bestehen. Es müssen weiter Beschwerdemöglichkeiten gegen Disziplinarmaßnahmen und Verfahren vorhanden sein, eine Beschwerde bei der Anstaltsleitung oder im Außenbereich der Anstalt einzureichen, ohne dass ein Risiko hinsichtlich eventueller Repressalien zu befürchten wäre. Diese Prozeduren müssen den Häftlingen bekannt sein, und ebenfalls einfach und kostenlos anzuwenden sein
 
Jedem Häftling steht ab seiner Einlieferung in eine geschlossene Einrichtung das Recht zu, eine schriftliche Mitteilung zu erhalten, die in einer ihm bekannten Sprache verfasst ist, welche ihn über seine Rechte und Pflichten, über die internen Abläufe des Haftortes, die Regelungen betreffend den Besuch von Familienangehörigen oder Bekannten, ärztliche Untersuchungen, Besuche von Beauftragten einer Religionsgemeinschaft, die Regeln hinsichtlich der Hygiene und der Sauberkeit sowie die Disziplinarbestimmungen unterrichtet.
 
Jeder inhaftierten Person steht das Recht zu, Beschwerden sowohl an die Anstaltsleitung als auch an bestimmte externe Behörden zu übermitteln, ohne dass sie dafür Repressalien befürchten müsste.
 
Die Verantwortlichen der Haftanstalten achten im Rahmen ihrer Möglichkeiten darauf, die Kompatbilitätskriterien bei der Unterbringung von zwei oder mehr Personen in einer Zelle zu beachten. Minderjährige dürfen nicht mit Volljährigen in einer Zelle untergebracht werden. Außerdem ist die gleichzeitige Unterbringung von Angeklagten und Verurteilten in einer Zelle verboten.
 
  
3. Die materiellen Haftbedingungen
 
Es muss gewährleistet sein, dass jeder Häftling über eine Ernährung verfügt, die ihn in ihrer Menge und Qualität vor der Verschlechterung seines Gesundheitszustandes schützen. Besondere Aufmerksamkeit ist den Zeitpunkten der Essensausgabe zu widmen, der für die Nahrungsaufnahme zur Verfügung stehenden Zeit sowie der Art in der  das Essen den Häftlingen verabreicht wird.
 
Bei der Beleuchtung und der Belüftung der Zellen ist zu gewährleisten, dass ihre Beschaffenheit den Häftlingen das Lesen bei natürlichem Tageslicht und bei künstlicher Beleuchtung ermöglicht, ohne dass dabei ihre Sehkraft beeinträchtigt wird.
 
Die Zellen müssen immer über ein Fenster mit einer Vorrichtung zur Frischluftzufuhr verfügen. Ausnahmen von dieser Bestimmung sind nur bei besonders gefährlichen Häftlingen vorstellbar, bei denen Einrichtungen Notwendig sind um  die illegale Kontaktaufnahme mit der Außenwelt oder mit Mitgefangenen über die Fenster zu verhindern
 
Die persönliche Hygiene, die Kleider und Wäsche stellen für die Häftling, aber auch für die in geschlossenen Anstalten arbeitenden Personen, wichtige Gesichtspunkte dar. Sämtlichen Häftlingen muss Zugang zu Duschen oder Bädern gewährt werden, wobei die Häufigkeit des Besuchs dieser Einrichtungen den Erfordernissen anzupassen ist; dies ist jedoch mindestens einmal pro Woche zu gewährleisten. Dieser Zutritt muss nach Geschlecht getrennt erfolgen sowie unter Beachtung des erforderlichen Anstands und der Intimsphäre der Häftlinge. Besonders zu beachten sind die Häftlinge, die spezifische Bedürfnisse haben, sei es aufgrund ihres Alters, ihres Gesundheitszustandes oder ihres Geschlechts. Inhaftierte Frauen und Frauen mit Kleinkindern haben das Recht auf eine angepasste Behandlung.
 
Die Häftlinge müssen über saubere Kleidungsstücke verfügen die in einem guten Allgemeinzustand sind. Falls sie nicht über persönliche Kleider verfügen, müssen die Behörden der Haftanstalten ihnen diese Bekleidung, die den örtlichen klimatischen Bedingungen entsprechen muss, zur Verfügung stellen. Die den Häftlingen zugeteilten Kleider müssen so beschaffen sein, dass sie nicht gegen die Menschenwürde verstoßen.
 
Die Behörden achten darauf, dass jedem Häftling ein Bett zur Verfügung steht, dies gilt auch im Fall einer erheblichen Überfüllung des Gefängnisses; die Zuteilung eines Betts im Rotationsverfahren ist nicht annehmbar. Die Bettbezüge müssen regelmäßig gewechselt werden.
 
 
4. Anstaltsordnung und Aktivitäten
 
Dem Häftling steht das Recht auf eine Kontaktmöglichkeit mit seinen Familienangehörigen und Bekannten zu; es handelt sich dabei nicht um eine Vergünstigung. Jeder Häftling besitzt –mit Ausnahme der
 
Versetzung in Isolationshaft – das Recht auf regelmäßigen Besuch durch die Mitglieder seiner Familie, durch seine nahen.
 
Jeder Häftling besitzt außerdem das Recht auf regelmäßigen und vertraulichen Kontakt mit seinem Rechtsanwalt oder mit bestimmten nationalen oder internationalen Überwachungsbehörden (Ombudsmann, Präventions-Unterausschuss, SPTEuropäischer Ausschuss zur Verhütung von Folter und unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung oder Strafe, CPT,  Europarat). Diese Kontakte müssen in absoluter Vertraulichkeit erfolgen, außerhalb jeder Kontrolle durch die Haftort-Behörden. Das Gleiche gilt für die Kontakte mit Konsularbehörden im Fall von ausländischen Häftlingen.
 
Jede inhaftierte Person sollte das Recht der Teilnahme an Erziehungs- oder Bildungsmaßnahmen besitzen damit zum Entlassungszeitpunkt ihre soziale Integration begünstig wird. Für minderjährige Häftlinge ist dieses Recht unbedingt zu beachten.
 
Sämtliche Häftlinge müssen auch das Recht auf eine bezahlte Beschäftigung und auf eine Berufsausbildung haben. Diese Arbeit darf in keiner Weise den Charakter einer Strafmaßnahme besitzen und muss den körperlichen Fähigkeiten und der Gesundheit des Häftlings entsprechen.
 
Jedem Häftling steht das Recht auf täglich mindestens eine Stunde einer für ihn geeigneten sportlichen Betätigung in frischer Luft zu, falls dies aufgrund der Wetterlage möglich ist.
 
Jeder Häftling muss ungehindert mit einem Vertreter seiner Religionsgemeinschaft  in Verbindung treten können. Er muss zudem über religiöse Erbauungsbücher und Gegenstände zur Ausübung seines religiösen Kultes verfügen können. Für jede Konfession müssen regelmäßig Gottesdienste organisiert werden. Es ist den Häftlingen  im Rahmen des Möglichen zu erlauben, hinsichtlich der Hygiene und der Ernährung die spezifischen Regeln ihres Kultes einzuhalten.
 
 
5. Die ärztlichen Dienste
 
Jeder Häftling muss schnell und problemlos Zugang zu den somatischen und psychiatrischen ärztlichen Dienstellen, die er benötigt, um seinen Gesundheitszustand zu erhalten bzw. wieder herzustellen haben. Bezüglich dieser Bestimmung ist keine Ausnahmeregelung denkbar. Die Übernahme der Kosten für jede sich als notwendig erweisende ärztliche Behandlung obliegt den staatlichen Behörden.
 
 
6. Die Mitarbeiter
 
Die Mitarbeiter der Haftanstalten müssen zwecks Erfüllung ihre schwierigen Aufgaben über eine angemessene und kontinuierliche Schulung verfügen, sie müssen bei ihren Tätigkeiten auf den Gesichtspunkt der Menschlichkeit achten.
Le traitement des personnes privées de liberté
La torture, tout comme tout traitement dégradant ou inhumain sous quelque forme que ce soit, sont absolument interdits pour toutes catégories de personnes privées de leur liberté.

Ce principe ne souffre aucune exception.

L’isolement doit rester une mesure exceptionnelle, assortie de certaines garanties.

Les moyens de contrainte (menottes, camisole de force, fers) ne peuvent être employés à des fins disciplinaires. Ils doivent rester exceptionnels et limités à des situations où la sécurité du détenu ou du personnel l’exige.

Le recours à la force ne peut avoir lieu qu’en cas de légitime défense, en cas de tentative d’évasion ou en cas de résistance physique d’un détenu. Le recours à la force doit rester strictement limité à ces cas et me pourra excéder en termes de proportionnalité, la force qui est opposée par le détenu.

Toutes les actions énumérées ci-dessus doivent être consignées dans un registre spécial.
Les mesures de protection
Un lieu privatif de liberté doit fonctionner de manière transparente avec des règles de discipline claires. Il doit exister des moyens de recours contre des décisions disciplinaires et des moyens pour adresser une plainte, sans risque de représailles, à la direction de l’établissement ou à l’extérieur. Ces moyens doivent être portés à la connaissance des personnes privées de leur liberté et ils doivent être faciles et gratuits d’accès.

Toute personne privée de sa liberté a droit à partir du début de son séjour dans un établissement fermé à une instruction écrite, rédigée dans une langue connue, l’informant de ses droits et devoirs, du fonctionnement interne de l’établissement, des règles quant aux visites par la famille et les proches, des visites médicales, des visites par des officiers d’un culte religieux, des règles quant à l’hygiène et la salubrité et des règles disciplinaires.

Toute personne privée de liberté a le droit d’adresser des plaintes, tant à la direction de l’établissement qu’à certaines autorités externes sans devoir craindre des représailles.

Les responsables des lieux privatifs de liberté prennent soin, dans la mesure du possible de respecter au mieux des critères de compatibilité en cas de placement de deux ou plusieurs personnes dans une cellule. Les mineurs ne peuvent partager des cellules avec des majeurs. Il est de même interdit de faire partager des cellules entre prévenus et condamnés.
Les conditions matérielles
Chaque personne privée de liberté doit pouvoir bénéficier d’une alimentation dont la quantité et la variété ne l’exposent pas à une dégradation de son état de santé. Une attention particulière devra également être prêtée aux heures de service des aliments, au temps consacré à leur consommation et à la manière de laquelle elle est présentée aux détenus.

L’éclairage et la ventilation des cellules doivent être conçus de manière à ce qu’ils permettent aux personnes privées de leur liberté la lecture sous lumière naturelle et sous lumière artificielle sans altérer leurs capacités de vue.

Les cellules doivent toujours disposer de fenêtres équipées d’un dispositif permettant l’entrée d’air frais. Des exceptions à ces règles impératives ne sont envisageables que pour des détenus dont la dangerosité rend nécessaire l’installation de dispositifs empêchant ceux-ci d’avoir des contacts illégaux à travers les fenêtres avec le monde extérieur ou avec des codétenus.

L’hygiène personnelle, les vêtements et la lingerie sont des facteurs déterminants pour la santé des personnes privées de liberté, mais également pour les personnes travaillant en milieu fermé. Toutes les personnes privées de liberté doivent avoir accès à des installations de douche ou de bain à une fréquence adaptée aux nécessités climatiques et au moins une fois par semaine. Cet accès doit pouvoir se faire séparément pour chaque sexe et dans des conditions de décence nécessaires au respect de l’intimité des détenus. Une attention particulière doit à cet égard être portée aux détenus qui ont des besoins spécifiques, soit en fonction de leur âge, de leur état de santé ou de leur sexe. Les femmes privées de liberté et accompagnées d’enfants en bas âge ont droit à un traitement adapté.

Les personnes privées de liberté doivent disposer de vêtements propres et décents. S’ils ne disposent pas de vêtements personnels, les autorités des lieux privatifs de liberté doivent leur en fournir qui sont adaptés au climat local. Les vêtements distribués aux personnes privées de liberté doivent être de sorte qu’ils ne portent pas atteinte à la dignité humaine.

Les autorités veillent à garantir un lit à chaque personne de liberté, même en cas de surpopulation carcérale grave, l’attribution d’un lit par rotation est inacceptable. La lingerie de lit doit être changée régulièrement.
Régime et activités
Le contact avec la famille et les proches constitue un droit des détenus et non une faveur. Hormis le cas de la mise sous le secret, chaque détenu a droit à des visites régulières par des membres de sa famille, des proches ou par son avocat.

Chaque personne privée de liberté a en outre droit à des contacts réguliers et confidentiels avec son avocat ou avec certains organismes de contrôle nationaux ou internationaux (Médiateur, Sous-comité de Prévention (OPCAT), Comité européen pour la Prévention de la torture (CPT, Conseil de l’Europe). Ces contacts doivent se faire dans une confidentialité absolue, en dehors de tout contrôle par les autorités des lieux privatifs de liberté. Il en est de même en ce qui concerne les contacts avec des autorités consulaires pour les détenus étrangers.

Chaque personne privée de liberté devrait avoir droit à des activités d’éducation ou de formation en vue de favoriser son intégration sociale au moment de sa libération. Pour les mineurs en âge scolaire, ce droit est absolu.

Tous les détenus devraient de même avoir droit à un travail rémunéré et à une formation professionnelle. Ce travail ne doit avoir aucun caractère afflictif et doit correspondre aux aptitudes physiques et de santé du détenu.

Chaque personne privée de liberté a droit à une heure au minimum d’exercice physique approprié en plein air si les conditions météorologiques le permettent.

Chaque personne privée de liberté doit pouvoir entrer librement en contact avec un représentant de sa confession religieuse. Elle doit en outre pouvoir disposer des livres d’édification et des objets nécessaires à l’accomplissement de son culte. Des offices religieux pour chaque confession devraient être organisés régulièrement. Dans toute la mesure du possible, les personnes privées de leur liberté doivent avoir la possibilité de respecter les règles spécifiques de leur culte quant à l’hygiène et à l’alimentation.
Les services médicaux
Toute personne privée de liberté doit avoir rapidement et facilement accès aux services médicaux somatiques et psychiatriques qui lui sont nécessaires en vue de préserver, voire de rétablir son état de santé. Cette règle ne souffre aucune exception. Il incombe aux autorités publiques de supporter les frais pour chaque traitement médical qui s’avère nécessaire.
Le personnel
Afin de pouvoir pleinement répondre à leurs fonctions délicates, les membres du personnel des lieux privatifs de liberté doivent bénéficier d’une formation de base et continue adaptée, ils doivent faire preuve d’humanité dans l’exercice de leurs fonctions.